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Ein LCD-Display am Arduino anschließen

LCD-Display am Arduino anschließen

Ein LCD-Display* an den Arduino anzuschließen ist nicht schwer – auch wenn ein ganzer Haufen Kabel dafür nötig ist. Erfahre in diesem Beitrag, wo diese Kabel hingehören, wie du das Display ansteuerst und wie du Zeichen darauf erscheinen lässt.

Schauen wir uns zunächst die Anschluss-Pins des Displays an:

Am Display findest du insgesamt 16 Pins. Jeweils ganz außen (GND, Backlight -) legst du die Masse an und eins daneben (VCC, Backlight +) 5 Volt über einen 220Ω Widerstand. Beides am besten direkt von deinem Arduino Board. Am dritten Pin von links schließt du ein Potentiometer an, mit dem du den Kontrast des Bildschirms einstellen kannst.

An den Pin RS sendest du von deinem Arduino Board entweder Daten oder Befehle. Wenn vom Datenpin des Arduinos kein Strom kommt, kannst du Befehle übertragen wie z.B. “Setze den Cursor an die 1. Stelle der 2. Reihe” oder “Lösche das Display”. Wenn dein Sketch Strom anlegt, sendest du Daten, sprich die Zeichen, die du ausgeben möchtest.

Der Pin RW steht für “read – write” – ziemlich klar: Wir wollen Daten und Befehle “schreiben”, also senden. Um den Schreibmodus zu aktivieren, schließe diesen Pin an die Masse an.

Die Daten-Pins des LCD-Displays

Jetzt kommen insgesamt 9 Pins, von denen du 5 an deinen Arduino anschließen musst. Neben RW findest du EN wie “Enable” – dieser Pin ermöglicht das Schreiben auf die 8 Daten-Pins daneben: Wenn hier Strom anliegt, werden Daten angenommen. Apropos 8: Du kannst deinen Bildschirm entweder mit 8 Bit oder 4 Bit betreiben. Ein großes A sieht in 8 Bit z.B. so aus: 01000001. Diese Bits landen in den Pins D0 bis D7.

Der Betrieb mit 4 Bit hat den Vorteil, dass du nur die Hälfte der Pins ansteuern musst, was weniger Kabelei bedeutet. Das bedeutet dann allerdings auch, dass man immer 2 Zugriffe benötigt, um etwas zu übertragen, denn 2 x 4 = 8. Das muss allerdings nicht deine Sorge sein. Tiefer musst du an dieser Stelle jetzt erst mal auch nicht einsteigen. Vermutlich alles zum Thema findest du bei Wikipedia.

So sieht ein angeschlossenes LCD-Display schematisch aus:

Schematische Darstellung eines LCD-Displays an einem Arduino Uno

Das LCD-Display ansteuern

Jetzt, wo du dein Display angeschlossen hast, prüfe es am besten gleich mal, indem du Strom anlegst. Es erscheinen natürlich noch keine Zeichen darauf, aber es sollte aufleuchten. Mit dem Potentiometer kannst du auch schon den Kontrast einstellen.

Funktioniert? Dann wir es Zeit für einen kleinen Sketch und dem guten alten “hello, world!” auf dem Display. Und weil nicht mehr die 70er sind, lässt du in der zweiten Zeile des Bildschirms noch einen Counter laufen.

Der passende Sketch

Mit dem folgenden einfachen Sketch bringst du deine Message aufs Display und startest den Counter. Die Erklärungen zum Code findest du in den Kommentaren im Sketch.

/*
  LCD-Display Test "hello, world!" + counter
  polluxlabs.net
 */

 // Die Bibliothek LiquidCrystal einbinden:
 #include <LiquidCrystal.h>

 // Die Bibliothek initialisieren und festlegen, welcher
 // Pin des Displays mit welchem Pin auf dem Board verbunden ist:
 const int rs = 11, en = 12, d4 = 2, d5 = 3, d6 = 4, d7 = 5;
 LiquidCrystal lcd(rs, en, d4, d5, d6, d7);

 void setup() {
   // Festlegen, wie viele Zeichen und Reihen das Display hat:
   lcd.begin(16, 2);
   // "hello, world!" an das Display senden:
   lcd.print("hello, world!");
 }

 void loop() {
   // Den Cursor in Spalte 0, Reihe 1 setzen:
   // (Wichtig: Reihe 1 ist die 2. Reihe, da ab 0 gezählt wird):
   lcd.setCursor(0, 1);
   // Den Counter jede Sekunde eins hoch zählen lassen:
   lcd.print(millis() / 1000);
 }

Und das war’s auch schon. Du hast deinen Arduino mit einem LCD-Display verbunden und den Klassiker aller Messages mit einem hypermodernen Counter auf den Bildschirm gezaubert. Gratulation!

Wie geht es weiter?

Erfahre, wie du eigene Zeichen gestalten und auf dem Bildschirm anzeigen kannst. Vielleicht möchtest du auch lieber ein TFT-Display am Arduino anschließen oder eigene Bilder auf einem OLED-Display anzeigen?

In unseren Arduino-Projekten findest du noch viele weitere Ideen.

Das LCD-Display per I²C anschließen

Du sparst dir eine ganze Menge Kabel, wenn du ein Display mit I²C verwendest – Hier benötigst du nur vier Anschlüsse. Auch musst du dann kein extra Potentiometer auf deinem Breadboard verbauen.

Mit einem separaten I²C Adapter kannst du dein “normales” LCD-Display auch nachträglich aufrüsten.

Letzte Aktualisierung am 26.11.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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